Thomas Godoj rockt mit Spaß und Tiefe Stand Up Pfestival in Pforzheim

Veröffentlicht auf von Thomas Godoj LIVE Blog

TG1 sw Scorpi

 

Es passte fast alles gestern beim Benefiz Stand Up Pfestival in Pforzheim für Thomas Godoj & Band: Das Wetter trotzte mit Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen jeder Vorhersage, der Platz war voll bis der letzte Ton verklungen war. Bis jedoch der erste Ton überhaupt angespielt werden konnte, galt es einige Hürden zu überwinden. Aufgrund einer technischen Panne mussten die Fans 20 Minuten länger warten, so dass um kurz nach halb elf die Band erst losrocken konnte, und das, wo doch nicht wenige sage und schreibe zwölf Stunden und mehr bereits in den ersten Reihen ausgeharrt hatten, um nach einem halben Jahr Thomas Godoj endlich wieder LIVE und ganz nah zu erleben.

Aus ganz Deutschland waren sie angereist; für "Thomaten" nichts neues. Die Moderatoren jedoch waren sichtlich erstaunt, als sie auf Nachfragen hörten, dass die Godojaner sich aus allen Teilen Deutschlands auf den Weg gemacht hatten. Die vorherigen Gigs (siehe Line Up) verfolgten sie mal mehr, mal weniger interessiert, da rockige Klänge vorher eher seltener vertreten waren. Als jedoch aufgrund von Auflagen des Ordnungsamtes um 23 Uhr bereits Schluss sein sollte, da machte sich Enttäuschung breit und siehe da, es durfte noch eine halbe Stunde weitergerockt werden, so dass das komplette Godoj - Konzert insgesamt 50 Minuten dauerte. Und selbst dann fehlten noch vier Songs von der Setlist, was sehr schade war: "Uhr ohne Stunden", "Von allem Etwas", "Alles was nicht Existiert" und "Starschnitt" mussten der Schere zum Opfer fallen.

 

Setlist

 

Das Gegenteil davon war allerdings das Programm, das Thomas Godoj und Band boten. Nicht nur, dass mit Spannung die Neuformierung der Band erwartet worden war, denn zum ersten Mal stand nun auch Christian Bömkes, Thomas Godojs langjähriger Freund und Songwriter mit auf der Bühne, sowie Wolfi, der neue Keyboarder und der langhaarige Rocker Jörg Weisselberg an der Gitarre. Das sah nicht nur gut aus, das klang auch gut.

 

Band3 Scorpi

 

Band1 Scorpi

 

Band2 Scorpi

 

TB1 Scorpi

 

Es klang sogar so gut, dass die Zeit noch schneller vorbeiging. Der Sound war rund, satt und voll, was bereits das an Pink Floyd erinnernde Intro zeigte. Kaum jemand verließ den Platz, obwohl zuvor sehr viele ihrem Idol Mehrzad Marashi zugejubelt hatten; eine Tatsache, die sehr erstaunte, da die Musikstile doch sehr unterschiedlich sind. Aus skeptischen Gesichtern mit abwartenden Blicken blitzten bald lachende Zähne, und auch Hip Hop - Fans rockten plötzlich mit zu Autopilot, Liebe zur Sonne und den anderen Songs, die es von der Setlist noch auf die Bühne schafften. 

Die absoluten Highlights des Abends waren die neuen Songs "Niemandsland" und "Vermisst du nicht irgendwas". Ersterer, bereits am 5.12.10 in Recklingausen LIVE dargeboten, ist nochmals optimiert worden und kommt mit dreckiger Gitarre noch besser...

 

 

... und die neue Rockballade "Vermisst du nicht irgendwas" schlug bei den Fans sofort ein. En melancholisches Stück, das von Entfremdung, Verletzung und Verlust eines geliebten Menschen, damit einhergehender Reue, Sehnsucht und Trauer handelt und fragt:

 

Sag, warum lernen wir laufen, laufen um zu gehen?

Warum haben wir Tränen, wenn wir Augen haben, das voraus zu sehen?

Warum können wir hören, wenn wir uns nicht mehr verstehen?

Sag, vermisst du nicht was, irgend etwas Wichtiges?

Sag, vermisst du nicht was, irgend etwas Wichtiges, so wie ich?

 

 

Thomas Godoj und sein musikalisches Umfeld zeigt mit diesem Stück einmal mehr, dass er künstlerisch absolut ins Charkaterfach der anspruchsvollen Lyrik passt und es lohnt sich, dem Text dieses Songs einmal genauer zuzuhören (hier zum Nachlesen). Beide Stücke, "Niemandsland" und "Vermisst du nicht irgendwas" werden auf dem neuen Album vertreten sein, das im Herbst dieses Jahres erscheint. Der eine Song sozial-, der andere beziehungs- und damit auch sehr selbstkritisch.

Doch nicht nur die schweren Themen beherrscht Godoj. Mit "Dächer einer ganzen Stadt", "Nicht Allein" und seiner Hymne "Helden Gesucht" animierte er auch in Pforzheim wieder die Besucher zum Mitsingen und Abfeiern. Alles in allem ein gelungenes, rundes Programm, das Partystimmung genauso eloquent wie Tiefsinnigkeit vermittelte.

Auch die Veranstalter können zufrieden sein mit dem abwechslungsreichen Programm, das alle vertetenen Künstler in Pforzheim gestern darboten. Der Erlös der Einnahmen des mit über 10.000 Besuchern sehr gut gefüllten Festivals gehen zugunsten Schwerbehinderter.

Und auch die Thomas Godoj Fans fuhren gestern zwar mit dickem Sonnenbrand aber glücklich wieder Hunderte Kilometer nach Hause, mit dem Gefühl, dass jeder Meter sich wieder gelohnt hat, denn Thomas Godoj hat einmal mehr gezeigt, dass er ein deutscher Rocksänger ist, von dem sie noch viel hören werden.

Hier das Album sowie  Fotos der Pforzheimer Zeitung und ein Video. Weitere Bilder und Videos,  hier in Kürze!

Und hier zur Freude aller Fans der komplette Konzertmitschnitt!

Veröffentlicht in LIVE 2011

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