Die ärgerlichen Folgen der Loveparade-Katastrophe: Zunehmend Absagen für Großveranstaltungen

Veröffentlicht auf von Thomas Godoj LIVE Blog

Thomas Godoj Scorpi 8409

 

Nach der Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg haben viele Kommunen nun kalte Füße bekommen, wenn es darum geht, ihre geplanten Großveranstaltungen durchzuführen. Sicherheitsvorkehrungen werden nochmals auf Herz und Nieren geprüft, mit für Veranstalter, Bands und Besucher teils sehr ärgerlichen Ergebnissen: Die Events werden mittlerweile kurzerhand einfach abgesagt. So finden z. B. der geplante "MitMenschen 2010" - Tag in Hattingen erst einmal nicht statt - immerhin hieß es, man bemühe sich um einen Ausweichtermin zu verbesserten Bedingungen -, genauso wenig wie der für den 19.9. anberaumte Kumpeltag in Oer Erkenschwick. Beide Veranstaltungen hatten Thomas Godoj & Band als Headliner im Gepäck, die als "Publikumsmagnet" galt. 

Auch viele andere Veranstaltungen fallen plötzlich einfach aus. So trifft es vor allem Stadtfeste und Schützenfeste. Manchmal werden die Veranstaltungen offiziell kurzfristig wegen Finanzierungsproblemen abgesagt, wie das Chemnitzer Stadtfest oder auch das zweitägige Festival OS ROCKT!! 2010, bei dem die Absage schon skurrile Formen annahm. Das Festival, das am 30. und 31.7.10, also genau eine Woche nach der Katastrophe in Duisburg stattfinden sollte, wurde nachts, zwei Tage vor Veranstaltungsbeginn, abgesagt mit der offiziellen Begründung, der Veranstalter habe sich verkalkuliert. Als Lineups waren Bands wie Oomph!, Sunrise Avenue, Livingston, Scooter u.v.m. vorgesehen. Der Veranstalter selbst war nicht zu erreichen, offiziell, weil sein Handy defekt war. Diese Begründungen mögen alle stimmen; sie hinterlassen zumindest eine gewisse Portion Skepsis, da sie vermehrt ausgerechnet nach dem Drama in Duisburg auftreten. 

Vor allem aber ziehen die Verantwortlichen damit auch den Ärger der Künstler und Besucher auf sich. Die eine Sache ist, dass manch einer sich fragt, wieso Finanzierungen nicht geklärt werden, bevor man die Bands bucht. Andererseits stellt sich die Frage, wie denn die Sicherheit bei den Veranstaltungen all die Jahre zuvor wohl gehandhabt wurde, wenn nun plötzlich viele kalte Füße bekommen und sich Absagen kurz vor den anberaumten Terminen häufen. Musste erst etwas passieren, damit sich etwas ändert? Karl Donath, Sprecher des Landschaftsverbands Westfalen - Lippe spricht von "neuer Nachdenklichkeit". Es drängt sich einem prompt die Frage auf, ob viele Veranstaltungen zuvor gedankenloser durchgeführt wurden. Darf man froh sein, dass nicht schon viel früher etwas passiert ist? Andererseits kann man sich fragen, ob nun zu sehr die Angst regiert, wenn plötzlich Veranstaltungen kurzerhand abgesagt werden, die viele Jahre zuvor problemlos abgelaufen sind. Besonders ärgerlich sind diese adhoc - Entscheidungen für Konzertbesucher, die zum Teil lange Anfahrtswege in Kauf nehmen, um z. B. Thomas Godoj & Band LIVE auf der Bühne erleben zu können. Viele Bahnfahrten und Hotelbuchungen können - wenn überhaupt möglich - nur mit finanziellen Verlusten storniert werden. Auch und vor allem für die Künstler bedeutet dies einen herben Verlust. Ob diese Entschädigungen erhalten für den Ausfall bleibt fraglich. Letztendlich heißt es auch für die Fans: Außer Spesen nichts gewesen. Selbst das Geld für die Tickets erhalten nach letzten Informationen z.B. die Fans des Festivals OS ROCKT!! nicht zurück.

Veröffentlicht in RICHTUNG G 2009-2010

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Saralie 08/25/2010 12:22


So eine traurige Situation... Tut mir wirklich leid dass so was passieren kann!