Thomas Godoj: Damals. Heute.

Veröffentlicht auf von Thomas Godoj LIVE Blog










Damals glaubte er, es würde schon irgendwie werden. Dieses Video hat mittlerweile historischen Wert. Seit diesem Video mit seiner Geschichte dahinter kennen ihn die Medien. Wer kannte ihn zuvor? Viele. Aber zu wenige. Vor allem zu wenige, die an den Schaltstellen sitzen. Damals war er Anfang / Mitte bis Ende 20. Liebte Musik. Stellte fest, das ist sein Leben. Begann Zuhause zu singen und merkte plötzlich, als ihm jemand das Mikro in die Hand drückte, "wow, ich kann ja singen"! Und wie. Es kam TONK. Wer liebt nicht "Die Welt"? Manch einer liebt das komplette Album. Dann kam WINK*. Die Band, an die er glaubte. Sagt mir einen, der seine Musik mag, der diese Songs nicht gut findet. Sie gewannen Preise, wurden hoch bewertet. Und scheiterten. Am fehlenden Plattenvertrag. Wie tausende andere geniale Musiker. Das ist nichts Neues. Nichts Besonderes. Und doch für jeden Betroffenenen besonders tragisch. Und: Das ist Geschichte. Aber letzteres war (ist?) auch ein Trauma, das man heute noch meint aus Reaktionen und Handlungen herauslesen zu können.

Damals dann, lange ist es noch nicht her, ging er zu dieser "Show". Das letzte Sprungbrett. Die letzte Hoffnung. Seine Jungs von damals unterstützten ihn. Sie waren da. Sebastian war da. Torsten war da. Christian auch? Ich weiß es nicht. Aber seine Eltern, seine damalige Exfreundin und andere Seelengefährten waren da. Sie haben gebangt und gehofft. Das haben die neuen Fans auch. Wenn auch anders. Sie kannten ja nur das letzte Ende dieser Lebenslinie bis dahin.

Andere haben ihn damals verlassen. Verdammt. WINK und dann DSDS? Du verkaufst deine Seele, wie kannst du nur. Mag man meinen. Aber was für eine Wahl hat man, wenn man nichts anderes im Leben will? Wenn man für die Musik lebt? Wenn alles andere schal und grau erscheint? Hat man dann eine Wahl? Nein. Es ist wie in der Liebe. Man kann sich leider nicht aussuchen, wen man liebt. Oder was man liebt. Also geht man Wege, von denen man niemals auch nur im Entferntesten geahnt hätte, dass man das jemals tun würde. Könnte. Müsste. Aber man muss. Man hat keine Wahl.

Und es war richtig. Dieses Video zeigt es. Heute.

Wenn man heute dieses Video schaut, dann weiß man es. Wird schon werden. Wird schon irgendwie geh´n. Rings a bell? Und wie es seitdem ging - und geht! Plätze werden gesperrt, Konzerte in größere Hallen verlegt, Massen traben an, die es z. b. in Waltrop nicht mal bei DEN neuen Hype - Bands gab. Man räumt nen Echo ab. Man spielt wieder alte Songs. Man setzt seinen Dickkopf durch gegen die Plattenfirma. Mal gewinnt man, mal verliert man. Scheiß Kompromisse, aber sie gehören ja zum Leben. Und zurück ins Trauma will man ja auch nicht mehr. Wer will das schon. Und wozu? Weiter geht´s. Die Massen müssen mit. Man schwimmt gegen den Strom. Spielt die alten Songs. Man schwimmt mit dem Strom. Der Mainstream verlangt es. Und die Plattenfirma. Alles richtig? So lange die Seele dort bleibt, wo sie hingehört, ja. Solange man das Ziel klar vor Augen hat, ja. Solange man weiß wofür, ja. 

Damals scheiterte eine geniale Band. Heute ist die neue schlauer. Bittere Pillen gehören zum Leben. Und essen muss man auch. Und solange man noch gegen den Strom weiterschwimmen muss, muss man auch mal auf dem Weg zum 5 Sterne - Restaurant an der Pommesbude halt machen. Sonst verhungert man.  Was nicht heißen soll, Pommes wären immer schlecht. Kommt eben drauf an, ob sie aus neuen Kartoffeln sind. Das Leben hat nun mal nicht immer nur 5 Sterne zu bieten. Auch wenn sich das Rockerherzen wünschen. "Diese Angst, dass die Träume sich verflüchtigen." Dieser Song bekommt plötzlich noch mehr Tiefsinn als er eh schon hat... Aber wir sind schließlich nicht allein auf dieser Welt. And: that´s the way business goes. Live with it. Am anderen Ende geht der Strom in einen traumhaften See über. Man muss nicht mal mehr schwimmen. Man liegt auf seiner Luftmatratze, schaut in die Sterne und sinniert darüber nach, was für irre Wege das Leben doch manchmal so genommen hat und noch immer nimmt.

Wir wünschen Euch alles Glück und den Erfolg der Weltmeere. "Ich glaub, das wird schon irgendwie."


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* Lest mal die Kommentare zum Video vom WINK - Medley ;-)

 

Veröffentlicht in FANS SCHREIBEN

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Birgit 09/09/2009 22:20

liebe Scorpi!
tausend, tausend Dank für Deine mal wieder so unglaublich in´s Schwarze treffenden Worte!! hab´ schon wieder Wasser in den Augen ...
was hilft?? "Nicht allein" auf die Ohren und schnell ein Rundmail schreiben an liebe Freunde, mit der Hörprobe der neuen Single, damit auch sie bald mitschwimmen und wir immer mehr werden!!!
liebe Grüsse aus Kölle,
die Birgit

Hanne Heuer 09/09/2009 18:21

Liebe Scorpi,
schon wieder so ein schöner Artikel, der mir aus der Seele spricht! Er sagt genau das, was ich auch denke: egal ob rockig, ob Mainstream oder was auch immer: Ich werde alles von Thomas kaufen - unbesehen! Denn ich unterstütze nicht eine bestimmte Musikrichtung, sondern ich unterstütze genau diesen Menschen, der sich von Anfang an in mein Herz geschlichen hat und dessen Weg ich "mitgehe", als ob ich ihn kennen würde! Tja, so ist es eben mit der Liebe ...
Vielen Dank für Deine schönen Worte!
Hanne

Caya 09/09/2009 10:41

Sie waren da, Alle die Wink-Band-Kollegen, beim Finale und während der Mottoshows. Sie sangen beim Finale : " ...einer von uns hat es doch geschafft..." und freuten sich.

Danke für Deinen Artikel