LIVE in Rechberghausen, 03.07.09: Thomas Godoj & Band treffen Fanta4 (Tribute to Fanta4) … oder: Wie man trotz Cover ein Original bleibt

Veröffentlicht auf von Thomas Godoj LIVE Blogger



Ich habe mich mit meinen IOFF-Mädels im Cafe am Park getroffen … das war die beste Idee ever … das Cafe befand sich nämlich direkt neben dem Zelt, in dem das Konzert stattfinden würde, die Seitenteile waren wegen der Hitze teilweise geöffnet, so dass wir direkten Blick auf die Bühne hatten!

Wir haben dann während des Gewitters gemütlich im Trockenen gesessen, lecker Essen und Trinken gehabt und der Band beim … diesmal fast konzertlangen … Soundcheck zugehört und manchmal auch ein bißchen zugesehen … hierbei sind wundervolle Fotos von thomatigen Rückansichten entstanden.

Pünktlich zum Ende des Soundchecks hörte es auf zu regnen und wir begaben uns die 200 m bis zum Einlaß … und sind dann gesammelt auf der linken Seite gelandet … von der 1. Bis zur 10 Reihe hintereinander … ordentlich die Kleinen nach vorne und die großen (also ich … meckermecker) nach hinten!

Die Vorband Jool fand ich persönlich so naja … wenn der Sänger nicht gesungen hat, war es gut … die Hose allerdings ging gar nicht *örks* (goldener hautenger wadenlanger Latex mit grünen Cowboystiefeln)

Und nachdem das Publikum nach dem Umbau vehement und ausdauernd nach Thomas verlangt hatte und mehrmals Song2 von Blur angestimmt wurde, ging es endlich los … aber was war mit den Jungs los??

Die waren so aufgedreht und am rumflachsen; man merkte deutlich, heute ist irgendwas anders als sonst … es sickerten dann Infos durch, dass es Überraschungen gäbe … also … warten … rocken … mitfeiern

Und gefeiert wurde … und zwar die Band vom Publikum! Mir kam es teilweise vor, als wäre das ein Konzert, in dem nicht die Band das Publikum mitreißt sondern umgekehrt … teilweise hat man das Publikum lauter singen hören, als Thomas … und das, obwohl die Band super drauf war und man gemerkt hat, welchen Heidenspaß sie auf der Bühne haben! Die Performance war genauso gut wie in Hamm und der Gesang ebenso! Absolute Spitzenklasse!

Und das „neue Lied“ … es wußte ja keiner, dass es das Fanta4-Cover ist, das mit auf die Tribute-CD kommen soll … das Intro beginnt … atemlose Stille … was ist das? Was Neues! OMG … angespanntes zuhören … Deutsch … Refrain … boah … das geht ab! Gefällt es mir? Gefällt es mir nicht? Schon fertig? Schadeeee … nochmal bittebitte …

Ich habe den Text teilweise wirklich nicht verstanden … gerade während des Sprechgesanges mußte ich mich so konzentrieren … aber nichts zu machen … ich bin gespannt auf die Studio-Version!

Ich denke, dass die Band und vor allem Thomas extrem angespannt waren; das hat man deutlich gemerkt. Auch der Gesichtsausdruck nach dem letzten Ton war angespannt und Erleichterung zeigte sich erst, als das Publikum anfing zu toben; einen anderen Ausdruck gibt es nicht für die Reaktion auf das Lied!

Bei Urke gingen die Fäuste nach oben, sobald die ersten Töne erklangen … und als ALLE im Zelt die Arme oben hatten und anfingen mitzuwippen, mußte Thomas dem Publikum den Rücken zukehren, sonst hätte er die Fassung verloren.

Was für ein Gefühl muß es sein, dort oben zu stehen und zu sehen, dass den Leuten das gefällt, was man macht? Aber Thomas sprach auch sehr ernsthaft über das, was kommt. „Ich habe eine TV-Show gewonnen; jetzt geht es ums Überleben!“ Man merkt ihm deutlich an, dass er Angst hat … er weiß, wie schwer es ist, in dem Buisness zu bestehen. Wichtig ist vor Allem anderen, dass neue Fans gewonnen werden … oder wenigsten Leute, die bereit sind, das, was kommt, anzuhören und Thomas und Band eine Chance zu geben und nicht von vorne herein abzuschreiben.

Explosion als Zugabe war genauso gut wie in Hamm … am Ende haben die Jungs noch eine „Explosion“ hinarrangiert, die ich bisher nicht bemerkt habe … aber vielleicht ist sie mir bisher einfach entgangen. Thomas sagte dazu noch, dass man solche Themen auch ansprechen müßte, denn es gäbe ja leider heutzutage immer noch Kinder, die nichts anderes kennen würden und so aufwachsen würden.
Bei den Zugaben Helden Gesucht und Let It Be hatte ich den Eindruck, dass Thomas seine Akkus auflädt, dass er diese wahnsinnige positive Energie, die ihm das Publikum entgegenbringt aufsaugt wie ein Schwamm, damit er die nächsten Wochen im Studio davon zehren kann!

Er forderte vehement dazu auf, mitzuklatschen und zu hüpfen und strahlte mit den Scheinwerfern und auch den Jungs um die Wette ... es war ein faszinierendes Bild.

Bei der Verbeugung am Ende nahmen Tom Fronza und Sebastian ihre In-Ears raus und man sah deutlich die Fassungslosigkeit über den Lärm und Tumult, der im Zelt herrschte. Tom sagte „Mann, ist das laut hier!“ Die Leute klatschten, schrieen, trampelten und feierten; unfaßbar. Die Jungs hätten am liebsten weitergemacht … und vor allem Thomas konnte sich mal wieder nicht trennen und verließ als Letzer nach langen sehnsüchtigen Blicken in Richtung Publikum die Bühne.


Danke Jungs für ein geniales Konzert, das mir reichen muß, bis die nächste Tour losgeht!


Danke an das Publikum, dass ihr so eine Stimmung gemacht habt und diese Band so gefeiert habt! Ich bin froh, so viele kennenlernen zu dürfen und so viele schöne Stunden mit euch verbringen zu dürfen!

Nachtrag:

Also … nach mehrmaligem Anhören des Originals, das ich bis heute nicht kannte und dem Cover von Thomas mit Textlücken aufgrund der schlechten Tonqualität komme ich für mich zu dem Ergebnis, dass er mit „Flüchtig“ das gleiche macht, wie mit „Let it Be“ … er und seine Jungs machen ein neues Lied daraus … ein Thomas Godoj & Band-Lied.

Wenn Thomas covert, dann erfindet er das Rad neu … oder wie Anja Lukaseder sagte „Du coverst nicht, du bist selbst ein Original … und das ist hohe Schule!“

Ich hatte gestern Abend bei dem Text, den ich verstanden habe auch eher das Gefühl, dass er von seiner momentanen Situation singt … vom Rausch des Erfolges und der Angst des Absturzes aus dem derzeitigen Hochgefühl … aus der Sucht nach der Anerkennung des Publikums und dem Bedürfnis, diese Anerkennung immer mehr zu erhalten. Er interpretiert dieses Lied nicht in Richtung Hoffnungslosigkeit wie die Fanta4 sondern energiegeladen und in die aggressive Richtung … als wolle er nicht aufgeben und kämpfen …

Das Arrangement gefällt mir supergut mit dem sphärischen Intro und diesen tragenden Gitarren … dieser kraftvolle Beginn … und dann der Wechsel zwischen sehr rockigem Refrain und tiefem Sprechgesang verleiht dem Lied Individualität ebenso wie die Ryhtmuswechsel. Mir gefällt die Version von Thomas besser … das mag aber auch daran liegen, dass ich das Original nicht kannte und dass ich nach Monaten endlich wieder „was Neues“ auf die Ohren bekommen habe.

Und ich bin trotzdem gespannt auf die Studio-Version und wie sie mir gefällt.

Schwantje

Veröffentlicht in SOMMERGIGS 2009

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