Thomas Godoj LIVE in Hamm, 27.06.2009

Veröffentlicht auf von Thomas Godoj LIVE Blogger

Nachdem ich mich nach diesem Megaevent am Samstag wieder meiner Umgebung angepasst habe und der Verstrahlungspegel sich normalisiert hat, versuche ich mich doch noch mal an einem vielleicht etwas sachlicheren Bericht.

Am Samstag haben Thomas und Band alles getan, um auf sich aufmerksam zu machen und zu zeigen, wohin der Weg zukünftig gehen wird und die Vorfreude auf das Kommende zu steigern.

Die Setlist war mit Plan A, Liebe zur Sonne, Für Immer, Autopilot, Explosion, Alles was nicht existiert und Helden Gesucht deutlich deutschlastig. Ich denke, das ist die Richtung, in die Thomas will und in die er meiner Meinung nach gehen sollte. Ich schrieb mal zu DSDS-Zeiten, dass Thomas mir das Gefühl gibt, dass Deutsch eine schöne Sprache ist.

An DSDS haben am Samstag nur noch Love is You, Plan A und Let It Be erinnert. Die Plazierung von Love is You als drittes Lied fand ich sehr wohl überlegt. Nach dem Opener Morning Sun und einem wundervoll dreckig interpretierten Not The Only One kam LIY gerade recht, um denjenigen auf dem mittlerweile rappelvollen Marktplatz in Erinnerung zu rufen, wer das denn eigentlich ist, der da vorne die Bühne rockt. „Ach … das ist doch der von DSDS letztes Jahr … jetzt erinnere ich mich wieder“.
Aber das, was Thomas und Band dort ablieferten, hatte nichts, aber auch gar nichts mehr mit DSDS zu tun. Stimmlich bewegt sich Thomas mittlerweile in anderen Sphären; man hört deutlich, dass er seine Stimme weiterhin trainiert und Unterricht nimmt. Und auch, wenn man meint, es geht nicht mehr; jeder einzelne in der Band hat sich weiter verbessert und auch die Lieder weiter verbessert. Bei jedem Auftritt hört man kleine Veränderungen, die vorgenommen wurden. Das Zusammenspiel funktioniert mittlerweile ohne Worte.

War der Auftritt in Frankfurt wundervoll und spielfreudig und perfekt, so war der Auftritt in Hamm energiegeladen, absolut mitreißend und hypnotisierend.

Für Immer in der Unplugged-Version zeigt das musikalische Können der Jungs. Dieses Arrangement ist etwas ganz anderes, weitab vom Mainstream, aber trotzdem so eingängig, dass es hängenbleibt und man es immer wieder anhören möchte, insbesondere die Gitarrenbridge im Mittelteil.

Bei Autopilot reißt mich diese Energie, die der Song aufbaut mit, trägt mich mit sich fort … ich empfinde das bei keinem Song so deutlich, diese Energie, die von Thomas und der Band ausgeht, diese Leidenschaft.

Und auch das Didge-Drum-Battle zeigt mir jedes Mal aufs Neue, dass es sich nicht um eine 0815-Band handelt, die einfach nur Mainstream-Musik macht. Hier wollen Musiker sich jeden Tag neu erfinden, neue Wege gehen und die Zuhörer mit auf eine Reise nehmen, von der jeder nur ungern wieder nach Hause kommt.
Faszinierend finde ich immer wieder, dass es sich hierbei tatsächlich um Improvisationen handelt; jedes Battle ist anders, immer wieder neu, immer wieder genial. Sicherlich stellt es auch Anforderungen an die Zuhörer, weil es etwas ganz anderes ist und man sich erst einmal darauf einlassen muß.

Die Präsentation von Explosion vor solch einem Publikum war sehr mutig, zeigt aber für mich, wie wichtig Thomas und Band diese Vergangenheit ist und welche Prioritäten wahrscheinlich auch zukünftig gesetzt werden, was Texte angeht. Die Gestik, Mimik und Energie, mit der Thomas den Song am Samstag dargeboten hat, kann eigentlich nicht mehr übertroffen werden. Aber ich sage „eigentlich“, weil ich das schon so oft gesagt habe und meine Meinung immer wieder revidieren musste.

Es folgten Alles was nicht existiert mit kleinen Textvariationen und Urke in gewohnt stromgeladener Manier.
Bei Suspicious Minds macht Thomas dem Großmeister Elvis deutlich Konkurrenz und Thomas nutzte diesen Song wie immer, um die Band vorzustellen, diesmal mit Kollegenkegeln am Ende und dem Beweis, dass gute Gitarristen auch liegend spielen können.

Bei der Zugabe mit Helden Gesucht versuchte Thomas in die Menge zu gehen und damit die Securities um den Verstand zu bringen; der Versuch scheiterte aber bereits nach 5 Metern und Thomas gab recht schnell auf und kehrte auf die Bühne zurück.
Nach Let it Be verließen die Jungs offensichtlich recht ungern die Bühne, ich glaube, sie hätten alle gerne noch weitergemacht.


Mein Fazit ist eines, das bereits Bär während DSDS sagte: Man nimmt Thomas jedes Wort ab, das er dort singt oder sagt.
Dort oben auf der Bühne steht ein ehrlicher Musiker, der seinen Beruf lebt und liebt und diese Liebe mit den Menschen, die ihm zuhören wollen teilen möchte. Er und seine Band geben alles, bei jedem Auftritt wieder aufs Neue.

Ich hoffe, dass ich noch viele Jahre dieser Band zuhören darf.

Veröffentlicht in SOMMERGIGS 2009

Kommentiere diesen Post